Petra Weis, MdB

Mein Werdegang

Petra Weis MdB

Am 28. Dezember 1957 wurde ich in Duisburg geboren. Meine Kindheit habe ich im Stadtteil Duisburg-Hochfeld verbracht, meine Jugend in der zunächst selbständigen linksrheinischen Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen, die im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 ein Stadtteil von Duisburg wurde. Diese beiden, aufgrund ihrer Struktur und Lage so unterschiedlichen Teile von Duisburg, spiegeln sich noch heute in meiner Arbeit wieder.

Nach dem Besuch der evangelischen Grundschule in Duisburg-Hochfeld wechselte ich auf das Johanna-Sebus-Gymnasium (später Gymnasium Stadtmitte, heute Gesamtschule Mitte, Abteilung Falkenstraße). Mit dem erfolgreichen Abitur im Jahre 1976 ging dieser erste prägende Abschnitt meines Lebens zu Ende.

Obwohl das Vorurteil, dass die meisten Politiker in ihrem früheren Leben Lehrer waren, auf den heutigen Bundestag nicht mehr zutrifft – ich habe vor meinem politischen Engagement genau diesen Weg eingeschlagen. An der Ruhr-Universität in Bochum und an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster studierte ich Sozialwissenschaften und Geschichte auf Lehramt für die Sekundarstufe II. Nach Abschluss des Studiums arbeitete ich zunächst freiberuflich in der Erwachsenenbildung, tatsächlich in der Schule habe ich jedoch nie unterrichtet. Der Grund: Meine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Landtagsabgeordneten und später einer Europaabgeordneten öffnete für mich die Türe zur Politik – und weckte eine Leidenschaft, die ich bis heute in mir trage.

Und so begann meine hauptamtliche Arbeit in der Politik; bereits im Jahre 1980 bin ich in die SPD eingetreten. Seither habe ich ständig ehrenamtliche Funktionen in der SPD ausgeübt: Zunächst im SPD-Unterbezirk Münster und seit 1983 im SPD-Unterbezirk Duisburg. Seit 1996 bin ich Vorsitzende des Ortsvereins Duissern, seit 1994 Mitglied des Unterbezirksvorstandes. Seit 1990 engagiere ich mich als stellvertretende Unterbezirksvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Drei Jahre lang, von 1998 bis 2001, war ich Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes Niederrhein und stellvertretende Bezirksvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). In diesem Jahr wurde ich dort sogar in den Bundesvorstand gewählt: In den nächsten beiden Jahren kümmere ich mich dort vor allem um den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Familien. Von 1989 bis 1993 war ich Mitglied in der Bezirksvertretung Duisburg-Innenstadt, seit 1991 Vorsitzende der SPD-Fraktion. Qualifiziert durch meine bis dato gemachten Erfahrungen trat ich 1993 die Stelle der Referentin für Frauenpolitik beim SPD-Parteivorstand an; seit 1999 leitete ich das Frauenreferat.

Der Höhepunkt meines Engagements war die Wahl in den Bundestag im Jahre 2002. Erstmals hatte ich in diesem Jahr für die SPD im Wahlkreis 116, der die Duisburger Stadtbezirke Mitte, Süd und Rheinhausen umfasst, für den Bundestag kandidiert. Am 22. September 2002 wurde ich mit einem Stimmenanteil von 57,5 Prozent direkt als Bundestagsabgeordnete für Duisburg in den Bundestag gewählt. Dort bin ich ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, stellvertretendes Mitglied im Haushalts- und im Petitionsausschuss sowie in der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland".

Obwohl ich erst seit 1980 Mitglied der SPD bin, entwickelte sich mein politisches Interesse schon lange davor. Besonders zu meiner Zeit als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der evangelischen Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen (seit 1972) faszinierte mich die Sozialdemokratie. Es war vor allem der damalige SPD-Vorsitzende und Bundeskanzler Willy Brandt, der mein politisches Denken und Handeln stark geprägt hat. Brandt hat mich und viele andere nicht nur durch seine persönliche Ausstrahlung für sich eingenommen. Gerade auch sein politisches Programm, das unter dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ stand, prägte mich in meinem frühen politischen Denken. Ich erinnere mich noch sehr genau, dass mich innenpolitisch vor allem die Bildungs- und die Frauenpolitik der Regierung Brandt überzeugt hat. Außenpolitisch war es natürlich die Ostpolitik: Im Kniefall von Warschau erschloss sich für mich diese Politik in ihrer ganzen Dramatik und in ihrer historischen Tragweite – Brandt schuf in mir und in vielen Genossen wieder Zuversicht auf ein vereintes Europa und auf das Ende der Teilung Deutschlands.

In der SPD traf ich und treffe noch heute viele Gleichgesinnte. Gibt es unterschiedliche Meinungen, finde ich noch heute eine Diskussionskultur vor, die ich für erhaltens- und verteidigenswert halte: Basierend auf der Freiheit des Gedankens und des Wortes, aufbauend auf einer langen, von vielen Wendepunkten gekennzeichneten Geschichte und immer auf eine demokratische Zukunft gerichtet.

Ganz aktuell hat meine Partei die schwierige Aufgabe dabei mitzuhelfen, dass unsere Gesellschaft die vielfältigen Herausforderungen besteht, die mit den Stichworten „Globalisierung" und „demografischer Wandel" als wichtigste äußere und innere Entwicklungslinien beschrieben werden kann. Dabei muss es uns gelingen, das wirtschaftlich Notwendige zu verbinden mit der Sicherung von Chancen- und Generationengerechtigkeit.