Impressionen aus meiner Heimat

Die Stadt und der Wahlkreis

Petra Weis MdB

Die Stadt Duisburg ist in erster Linie durch den größten Binnenhafen und das größte Delphinarium Europas bekannt. Ihre Lage am Schnittpunkt von Rhein und Ruhr, ihre exzellente Anbindung an das Fernstraßen- und Schienennetz und die unmittelbare Nähe zum Flughafen Düsseldorf macht Duisburg aber auch zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt: für die Region, das Land Nordrhein-Westfalen, die Bundesrepublik und für ganz Europa.

Duisburg hat in den letzten Jahrzehnten sein Gesicht deutlich verändert. Wie überall im Ruhrgebiet wurde auch hier ein durchaus schmerzhafter, aber inzwischen ebenso erfolgreicher Weg des Strukturwandels gegangen – weg von der Konzentration auf die Schwerindustrie, hin zu einem Logistik- und Dienstleistungsstandort. Dennoch ist Duisburg noch immer einer der weltweit größten Standorte der Stahlproduktion.

Aus Alt mach Neu

Lange Zeit galt Duisburg überregional als in die Jahre gekommener Industriestandort. Wer kennt nicht die dunklen Silhouetten von Schloten und Kränen aus den legendären Schimanski-Filmen? Dieses Image ist heute überholt: Die Stadt hat sich in einem bemerkenswerten Strukturwandel ein neues Gesicht gegeben. Duisburg heute, das ist eine zukunftsweisende Verbindung von Neu und Alt. Die heimat- und traditionsverbundenen Duisburgerinnen und Duisburger stehen zu ihren industriellen Wurzeln, gleichzeitig aber sind sie dem Modernen gegenüber aufgeschlossen.

Die Stahlindustrie am Standort Duisburg gilt als eine der modernsten weltweit, und ist nach wie vor einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Seit mehr als 100 Jahren gehören Stahl und Duisburg zusammen: Mehr als 17 Millionen Tonnen Rohstahl jährlich produzieren allein die beiden großen Firmen ThyssenKrupp Steel AG und Krupp Mannesmann GmbH. Noch immer ist jeder sechste Arbeitnehmer in Duisburg in der Metallindustrie tätig. Aber: Heute sind Duisburger Stahlerzeugnisse absolute Hightechprodukte. Neben der Produktionsschiene hat sich eine breite Forschungslandschaft im Bereich der Stahlforschung entwickelt, deren Fachkompetenz überregional anerkannt ist.

Darüber hinaus hat sich in der Stadt eine Vielzahl von neuen Unternehmen angesiedelt, vorrangig moderne Dienstleister und Technologiebetriebe. Beispielhaft genannt seien hier das Logistikzentrum Logport auf dem ehemaligen Krupp-Areal in Rheinhausen, das Technologiezentrum in Neudorf und das Infineon Development Center in Huckingen.

Der Innenhafen – hier erklärt sich das „neue“ Ruhrgebiet

Auch das Stadtbild Duisburgs wird durch die Verbindung von Neu und Alt geprägt. Gerade in den letzten Jahren entstand mit dem Innenhafen ein moderner Lebensraum am Wasser, der innovative Architektur eindrucksvoll mit der Industriearchitektur alter Hafenspeicher verbindet. Die Wohngebiete am Hafen gelten als besonders beliebt – kein Wunder bei dieser Lage. In fünf Geh-Minuten ist man in der Innenstadt, direkt nebenan liegt der Innenhafen. Wohnen am Wasser – das ist kein Traum mehr, sondern Wirklichkeit.

Die äußere Gestaltung der Wasser- und Promenadenflächen macht das ehemalige Hafenareal im Herzen der Stadt zu einem attraktiven Raum für Freizeit und Erholung. In der Umgebung der alten Hafenarchitektur haben sich Kultur und Gastronomie direkt an der Promenade am Wasser angesiedelt – mit Angeboten für Jung und Alt.

Es ist der ideale Treffpunkt um den Tag mit einem netten Cocktail Abend in einer der Bars, oder Tanz Abend in der Diskothek ausklingen zu lassen. Verschiedene Restaurants laden zum gemütlichen Abendessen unter freiem Himmel oder im Restauraunt-Ambiente ein – ständig präsent: der charakteristische Flair des Innenhafens.

Auch die Kultur hat hier eine Heimstatt gefunden. Eine vielfältige Museenlandschaft begeistert hier Jung und Alt unter anderem mit wechselnden Ausstellungen. Beispielhaft genannt seien hier das Museum Küppersmühle, das die weltweit bekannte Sammlung Grothe beherbergt, und das Kindermuseum „Atlantis", das erste seiner Art in Deutschland und bereits heute bei Kindern und Eltern weit über Duisburg hinaus ein Begriff. Schon beim Flanieren entlang des Hafenbeckens fühlen sich Besucher oft wie im Museum: Die alte jüdische Synagoge ist ein Kunstwerk voller Symbolik die Überreste der Stadtmauer zeugen von der früheren Bedeutung Duisburgs, einer Stadt mit Wurzeln bis ins 5. Jahrhundert. Zum zwanglosen Verweilen lädt der Garten der Erinnerung ein, auch hier sind Kunst und Freizeitgestaltung eng miteinander verknüpft. Beim Blick von der Fußgängerbrücke über das Hafenbecken fällt zudem die neue Marina Duisburg ins Auge: Hier sind 120 Liegeplätze für Segelschiffe und Yachten entstanden, ein Ausgangspunkt für den Freizeit-Boot-Tourismus mit Anschluss bis nach Holland, zur Nord- und Ostsee wie zur Mecklenburgischen Seenplatte.

Doch nicht nur Kultur und Freizeit, auch die Arbeit ist im Innenhafen noch zuhause. Noch immer verlädt die Rheinisch-Westfälische Speditions-Gesellschaft im Innenhafen ihre Waren. In den letzten Jahren sind zudem zahlreiche neue Büroflächen gebaut worden – mordernste Architektur im Geiste des Hafens bereichert das Gesamtbild. Das „Five Boats“ ist bisher wohl das beeindruckendste Gebäude. Die Zentrale von Hitachi Power Europe entsteht gerade – wieder zieht ein Stück Zukunft in Duisburg ein.

Die Innenstadt und die Altstadt – Raum für Kultur und Konsum

Moderne Visionen stehen auch bei der Stadtplanung für die Duisburger Innenstadt im Focus. Verfolgt wird das Ziel einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Was für den Innenhafen seit einigen Jahren gilt, soll auch auf die Innenstadt übergreifen – Lebensqualität durch die Verbindung von Moderne und Tradition, von Arbeit, Wohnen und Freizeit. Der international anerkannte Architekt und Stadtplaner Norman Foster war von den Voraussetzungen dieser Stadt so begeistert, dass er mit seinem Büro einen Masterplan für die Stadtentwicklung in der Innenstadt erarbeitete.

Der Masterplan sieht vor, den erfolgreichen Strukturwandel des Innenhafens auf die anderen innerstädtischen Bereiche zu übertragen: Dabei spielt eine Vernetzung der Stadtteile ebenso eine Rolle wie eine flexible und individuelle Veränderung der urbanen Struktur. Zentrale Schauplätze des Wandels sollen der Hauptbahnhof, die Königsstraße, die Altstadt (vor allem Marientor und Münzstraße) sowie der Innenhafen sein. Am Ende sollen die Brachflächen reduziert, die Wasser- und Grünflächen vergrößert und die Vernetzung verbessert werden. Eine ausführliche Beschreibung des Masterplans finden Sie unter hier (PDF).

Bereits heute vereint das City-Palais unter einem Dach die neue Mercatorhalle, ein Casino und viele Shopping-Gelegenheiten – und ist somit eine moderne Mischung aus Tagungs- und Freizeitelementen. Direkt gegenüber entsteht derzeit das Forum Duisburg, eines der modernsten innenstädtischen Einzelhandelszentren Deutschlands. Diese beiden Projekte setzen nicht nur architektonische Akzente, sondern verbessern die Potenziale der Stadt deutlich.

Auch Kunst und Kultur finden in der Duisburger Innenstadt und Altstadt schon heute ihren Raum. In direkter Nähe des Innenhafens bietet das Kultur- und Stadthistorische Museum einen Einblick in die Geschichte der Stadt und des Hafens. Wechselausstellungen und eine Ausstellung zum Leben Gerhard Mercators ergänzen das Angebot in dem ehemaligen Gebäude der Duisburger Mühlenwerke AG. Vorbei an der gotischen Salvatorkirche (fertiggestellt wohl im Jahre 1316), gelangt man zum Duisburger Rathaus. Wenige Meter sind es von hier zur Schwanentorbrücke, einer von rund 680 Brücken in der Stadt.

Im Gebäude des Duisburger Theaters ist die Deutsche Oper am Rhein zuhause. Regelmäßig spielen dort, direkt neben dem City-Palais, die Duisburger Philharmoniker auf. Die Duisburger Philharmoniker, gegründet im Jahre 1877, gehören zu den großen, traditionsreichen Orchestern Deutschlands. Ob Konzerte, Theaterstücke, Opern oder Ballett – im Theater Duisburg erlebt man Kultur in ihrem besten Gewand. Humoriges wird seit Jahren mit großem Erfolg in der Comödie Duisburg aufgeführt – auch Beispiel für den Strukturwandel im kulturellen Bereich, sitzt die Comödie doch in den Räumen des ehemaligen Residenz-Kinos.

Jedes Jahr weht mit den Duisburger Akzenten ein frischer Wind der Kultur durch die gesamte Stadt. Die Duisburger Akzente fanden zum ersten Mal 1977 statt. Unter dem Titel „Shakespeare“ waren sie in erster Linie ein Theatertreffen, das u.a. um Musik, Film und Vorträge erweitert wurde. In den folgenden Jahren wuchsen die „Akzente“ zu einem spartenübergreifenden Festival heran, das sich in jedem Jahr einem aktuellen kulturellen oder gesellschaftlichen Thema widmete. Seit 1995 besitzen die Akzente den Status eines Kulturfestivals des Landes Nordrhein-Westfalen. Heute finden sich im Programm der „Akzente“ neben aktuellen künstlerischen Beiträgen aus Theater, Bildender Kunst, Literatur und Film auch kulturhistorische Ausstellungen, Symposien oder Vorlesungsreihen. Getragen werden die „Akzente“ von zahlreichen städtischen und nicht-städtischen Kultur-Einrichtungen. Neben den traditionellen Spielstätten und Museen haben sie in den letzten Jahren auch neue Orte wie ehemalige Industrieflächen, die Innenstadt oder den Duisburger Innenhafen erobert.

Als kulturelle Perle der Innenstadt hat auch das Lehmbruck-Museum überregionale Bedeutung erlangt. Das Museum zeichnet sich durch eine in Europa einzigartige Sammlung von internationaler Skulpturen der Moderne sowie durch die einzigartige Kombination von herausragender Museumsarchitektur und Skulpturenpark aus. Auf 5000 Quadratmetern Innenfläche begegnen sich „die Welt der Skulptur“ und „die Skulptur der Welt“. Monographisch und thematisch inszenierte Räume folgen aufeinander in offener Zuordnung. Sie schließen Gemälde, Arbeiten auf Papier und neue Medien mit ein.

Nicht weit ist es vom Kantpark, in den das Lehmbruck-Museum eingebettet ist, bis zum Dellplatz. Dort hat sich ein Zentrum der Jugendkultur entwickelt. Selbstgebrautes Bier, Kaffee und Cocktails geben sich im Webster und im Hundertmeister die Hand. Das Hundertmeister lockt außerdem regelmäßig mit Partys, Konzerten, Kabarett, Poetry-Slams oder Public-Viewing-Angeboten. Auch ein Kleinkunst-Theater gibt es am Dellplatz: In der Säule wird regelmäßiges Theater, Kabarett, Musik und Literatur in familiärer Atmosphäre auf die Bühne gebracht. Um die Ecke, im benachbarten Filmforum, spielt sich Kino fernab von Hollywood und Mainstream ab – seit einigen Jahren veranstaltet das kleine Programmkino sogar ein Open-Air-Kino im Landschaftspark-Nord.

Der Landschaftspark-Nord: Erlebniswelt Hochofen

Klettern, Tauchen, Picknicken, Radfahren, Wandern, Tanzen – das, und noch viel mehr kann man im Landschaftspark-Nord im einzigartigen Ambiente der für Duisburg so typischen Hochöfen erleben. Der ehemalige Industriepark wurde rundum begrünt und mit Wegen ausgestattet, so dass eine Erlebniswelt für die ganze Familie entstanden ist.

Seit Jahren findet hier auch jährlich das Traumzeit-Festival statt. Neben seinen Schwerpunkten in der Jazz- und Weltmusik überschreitet es die Grenzen zu Pop, Klassik und Neuer Musik. Traumzeit ist aber mehr als das. Traumzeit ist ein Fest für die Sinne. Ein Seh- und Hörerlebnis in einer einzigartigen, bizarren und verwunschenen Landschaft. Mit dem WDR kooperiert ein starker Partner mit der Duisburg Marketing GmbH und dem Traumzeit-Festival.

Die Wedau – Sport, Spiel und Erholung

Freizeitspaß bietet auch die neue MSV-Arena an der Wedau. Das neue Stadion ist eine neue Attraktion für Sportler und Fans, 30 000 Menschen passen in die Arena. Während der World-Games Duisburg 2005 erlebte sie ihren ersten ganz großen Höhepunkt. Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt waren zu Gast in Duisburg. Während der Fußballweltmeisterschaft nutzte die italienische Fußballnationalmannschaft, die das Turnier auch gewann, Duisburg als Trainingsstätte. Dem MSV Duisburg bietet die Arena hoffentlich bald wieder eine erstligareife und eindrucksvolle Heimkulisse.

Die Regattabahn ist Austragungsort vieler Wettkämpfe, wie zum Beispiel der Kanu-WM 2007, mit dem neu gebauten Parallelkanal ist sie noch ein Stück professioneller geworden. Angenehmer Nebeneffekt: Der neue Hochseilgarten bietet Abenteuer und Entspannung in den Baumkronen der Wedau. In der Wasserski-Anlage drehen nicht nur Profis ihre Runden auf dem Wasser. Die moderne Anlage ist sowohl für gewagte Sprünge und Tricks als auch für Anfänger geeignet. Wer im Sommer jedoch nicht auf dem Bord schwitzen, sondern lieber im Gras oder Sand liegen möchte, kann dies dort ebenfalls tun. In den Sommernächten bietet die Anlage außerdem Raum für Events wie die „Beach Party“ oder „Soul am See“, die schon über Duisburg hinaus bekannt sind.

Ab in die Natur – das ist das Motto von Tausenden Duisburgern, die im Sommer ihre Taschen packen und mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto in Richtung Sechs-Seen-Platte pilgern. Beste Wasserqualität, unzählige gemütliche Plätze zum Schwimmen und Sonnenbaden, und alles direkt in der Natur. Ob Grill-Party, kurze Erfrischung oder Familien-Tag am See – im größten Naherholungs-Gebiet in NRW kommt jeder auf seine Kosten.